Bachforellen sorgen für Nachwuchs

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Große Bachforelle aus der Ilme

[26.12.2015] Ein Kennzeichen für halbwegs funktionierende Gewässer ist, dass sich die Fische in diesen erfolgreich fortpflanzen. Dafür sind neben einer ausreichenden Zahl an laichreifen Fischen auch entsprechend geeignete Strukturen nötig. Im Mühlenkanal und auch im Krummen Wasser in Stadtgebiet sind seit kurzem helle Stellen im Kies erkennbar. Hier haben Bachforellen (Salmo trutta fario) ihre Eier im Kies vergraben.

Als so genannte Kieslaicher sind sie auf eine saubere Gewässersohle mit der passenden Größe der Substrate angewiesen. Diese dürfen nicht zu fein sein, da die Eier sonst nicht mit genügend frischem Wasser und damit genügend Sauerstoff versorgt werden. Ist die Bachsohle verschlammt oder mit Sand überdeckt, ist eine Entwicklung der Eier unmöglich. Auch zu grobes Material ist eher ungeeignet, da die Fische nur Steine bis zu einer gewissen Größe bewegen können.

Laichgruben_Mk-2015

Laichgruben im Mühlenkanal, aufgenommen am 23.12.2015

Bachforellen sind Herbst- und Winterlaicher. Aufgrund der milden Temperaturen und anfangs noch sehr geringen Abflüsse wurde in diesem Jahr erst sehr spät mit dem Ablaichen begonnen. Sonst finden sich bereits im November, in kalten Jahren auch schon Ende Oktober die ersten Laichgruben. Zur Laichablage schlägt der Rogner (das Weibchen) eine Grube in den Kies, in welche dann die etwa 5 mm großen orange-roten Eier abgegeben und vom Milchner (Männchen) befruchtet werden. Das Gelege wird anschließend wieder mit Kies zugedeckt, um die Eier vor dem Strömungsangriff und Fressfeinden zu schützen. Die Zahl der Eier pro Rogner hängt von seiner Größe ab und liegt bei etwa 500 bis 1500 Stück.

Nach 60 bis 90 Tagen schlüpfen die Larven, wobei die Dauer der Eientwicklung von der Wassertemperatur abhängt; je höhe diese ist, desto schneller geht es. Während der relativ langen Zeit, in der die Eier im Kies liegen, können allerhand negative Einflüsse den Bruterfolg mindern oder auch komplett verhindern. Dies können Hochwasserabflüsse in Verbindung mit Umlagerungen der Gewässersohle sein oder auch Niedrigwasserphasen, in denen unter Umständen das Lückensystem der Gewässersohle verstopft. Nach dem Schlupf verbringen die Larven zunächst noch einige Wochen im Kiesbett und zehren von ihrem Dottersack. Erst danach wechseln sie ins Freiwasser und suchen, von der Strömung verdriftet geeignete Standorte auf. Die Bachforelle wird nach zwei bis drei Jahren bei einer Länge von 20 bis 25 cm geschlechtsreif.

Ein sich selbst tragender Fischbestand ist natürlich das Ziel unserer Hegemaßnahmen. Durch die guten Grundvoraussetzungen (strukturreiche Gewässerstrecken, ausreichende Gewässergüte, gutes Nahrungsangebot) sind wir auf einem sehr guten Weg.