Fischereiliches Monitoring Mühlenkanal

Fischereiliches Monitoring des Mühlenkanals


Um die Entwicklung des Fischvorkommens im Mühlenkanal zu erfassen und bewerten zu können, führt der Fischereiverein Einbeck e.V. als Pächter der Fischereirechte seit 2018 eine jährliche Elektrobefischung in verschiedenen Teilabschnitten des Gewässers durch. Der Mühlenkanal ist ein weitgehend künstliches Fließgewässer und sehr stark anthropogen geprägt. Fischbesatz findet nach mit Ausnahme von Aalen (in Form einer geringen Anzahl Glasaale) und Junglachsen nicht statt. Trotz der fehlenden Durchgängigkeit und weiterer negativer Einflüsse, wie z.B. der Verlandungstendenz in vielen Teilabschnitten oder der stoßweisen Belastung durch Oberflächenwasser bei Niederschlägen (mit allem, was sich auf den Straßen so ansammelt), ist der Fischbestand sehr artenreich und deutlich von der Ilme geprägt. 

Ein Auszug aus den Ergebnissen der Befischungen wird hier vorgestellt.


Elektrofischerei – kurz erklärt:
Bei der Elektrofischerei wird im Wasser ein elektrisches Feld aufgebaut, mit dem die im Wirkungsbereich vorhandenen Fische kurzzeitig betäubt werden. Sie können so nach Art und Größe bestimmt werden. Fachgerecht angewandt ist dies eine sehr schonende Methode, Aussagen über den Fischbestand eines Gewässer zu erhalten. Die Elektrofischerei darf ausnahmslos nur nach behördlicher Genehmigung von speziell ausgebildeten Personen mit entsprechender Sachkenntnis und Ausrüstung durchgeführt werden.


Befischte Teilabschnitte des Mühlenkanals

Ergebnisse 2018

Im Jahr 2018 wurden insgesamt 1162 Fische in 11 Arten nachgewiesen. Die Abschnitt 1b und 4 wurden 2018 nicht befischt.

Ergebnisse 2019

Im Jahr 2019 wurden insgesamt 861 Fische in 11 Arten nachgewiesen.

 

Eine Auswahl der Fänge während der Befischung 2019 (Grafik: R: Eikenberg)

… Und welche Aussagen können aus den Daten herausgeholt werden?

Zum Beispiel, dass in 2018 deutlich mehr junge bzw. sehr junge Bachforellen im Abschnitt 1a gefangen wurden (siehe nachfolgende Grafik). Eine Begründung könnte sein, dass beispielsweise

  • bereits der Laicherfolg im Winter 2018/19 schlechter war (sehr geringe Wasserführung, dadurch eher schlechter Zustand der Laichplätze) oder
  • die Brut/Jungfische im Verlauf des Sommer abgewandert sind bzw. bei einem Starkregen verdriftet wurden.

Ein anderes Beispiel zeigt die Ergebnisse hinsichtlich des Vorkommens der Mühlkoppe. Bei dieser Kleinfischart wurden 2019 in allen befischten Abschnitten deutlich weniger Tiere nachgewiesen. Auch dies könnte durch die geringe Wasserführung begründet sein.

 

info@fischereiverein-einbeck.de

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